Der Milchmann

In einem frommen Nonnenkloster,
wo man nur liebt den Paternoster,
da fügt sich, dass wie in jedem Jahr
mal wieder der Oberin Namenstag war.

Die war so fromm und ein Vorbild der Nonnen,
drum hatten sich die Nonnen besonnen
der lieben Dame zum Andenken,
ein schönes Bild zum Festtag zu schenken.

Man hatte im Laufe der Zeit entdeckt,
dass in der Nonne Martha ein Talent steckt.
Nun wirklich, sie konnte ohne zu prahlen,
die herrlichsten Bilder in Ölfarbe malen.

Und sie malte dann, in aller Unschuld natürlich,
ein männliches Aktbild ganz figürlich.
Dieses Bild wurde dann der Oberin gebracht.
Die hatte nun auch frei gedacht und gesagt:

"Das ist ja prächtig, ihr lieben Kinder,
ich freu mich mächtig, doch scheint mir,
dass unsere Künstlerin indessen
an diesem Bild hat etwas vergessen."

Sie erklärt, dass der liebe Gott hat fürs Leben
dem Manne ein Patengeschenk hat mitgegeben."
"Dass ihr das nicht wisst, verzeih ich euch gern,
denn solch Unschuld gefällt Gott, dem Herrn."

Die Nonne Martha erbittet das Bild aus den Händen
der Oberin und sagt: "Ich will das Bild vollenden."
Wie nun die Nonne über den Klosterhof geht,
wo gerade der stämmige Milchmann steht,
der jeden Morgen, wenn das Gebetglöckchen bimmelt und klingt,
zwei Kannen Milch in das Kloster bringt.

Zu diesem sagt die Martha schnell:
"Ach, lieber Mann, stehen Sie mir bitte Modell."
Der gute Mann hat sich nicht lange besonnen,
was ist schon dabei, bei solch unschuldigen Nonnen.

Die Nonne Martha malte mit fiebrigen Wangen
Naturgetreu nach, was an den Milchmann gehangen.
Sie bringt das vollendete Meisterstück
den Nonnenkindern zurück.

Als die Oberin sieht das Bild,
da wurden die Augen ganz groß, starr und wild,
und ein Schrei ertönt, wie ihn gehört noch keiner:
"Um Gottes Willen, das ist ja den Milchmann seiner!" Verfasser unbekannt Beliebt ist bei der Männerwelt
ein schöner Busen, der gefällt,
der uns're Frauen so herrlich ziert
uns immer wieder neu verführt,
deren Reizen wir erliegen,
wenn wir sie zu fassen kriegen.

Wie launisch zeigt sich die Natur
beim Gestalten der Figur.
Hier sieht man tolle Busen wippen,
dort sieht man nichts als Haut und Rippen.

Weil's unterschiedlich groß geformt,
drum ist auch der BH genormt:
Von 1 bis 12 - ganz kurz und schlicht
so steigen Größe und Gewicht.

Ganz ungeeignet ist zum Schmusen
die Größe 1, der Mini-Busen.
Kein Wunder, dass so schnell ermüdet,
wer so flaches Weib behütet.

Bescheiden ist auch das Vergnügen,
am Busen Größe 2 zu liegen.
Doch immerhin - s'ist was zu finden,
man weiß, was vorn ist und was hinten.

Bei Größe 3 wird's schon erträglich,
da hat man was, da wird's beweglich,
wenn ein Bikini dies umhüllt,
ergibt sich schon ein reizend' Bild.

Bei Größe 4 und schlanken Hüften
kann dich ein Weib sehr schnell vergiften.
Du zappelst mit verwirrtem Sinne
wie ein Insekt im Netz der Spinne.

Welche Frau weiß nicht um ihre Trümpfe,
steht im BH die Num'ro fünfe,
wie bebt vor Lust die Männerhand,
die solch ein Prachtstück hält umspannt.

Wer niemals durft' in seinem Leben
eine Größe 6 bewegen,
der ward vom Schicksal arg betrogen
um den ging's Glück im hohen Bogen.

Ein schöner Busen Größe sieben
gibt Anstoß zu besond'ren Trieben,
jagt Männer in die kühnsten Träume
wie Affen in die höchsten Bäume.

Unbeschreiblich ist die Pracht
bei einem Busen Größe acht.
Wer solchen Weibes Gunst errungen,
dem ist der große Wurf gelungen.

Die Größe 9 taugt nur fürs Bett,
für den, der Kummer hat, ist's nett.
Hier kann er sein Gesicht vergraben
und stundenlang der Welt entsagen.

Bei Größe 10 wird's schon beschwerlich,
auch ist es nicht mehr ungefährlich,
beugt sich 'ne Frau mit solchen Busen
über einen Mann zum Schmusen.

Das Spiel mit Häkchen und mit Ösen
wird zur Qual, will man sie lösen.
Lustvoll spielend voller Feuer
hier wird's zum echten Abenteuer.

Und ist das letzte Häkchen endlich auf,
nimmt das Schicksal seinen Lauf:
Aus dem vollen prallen Mieder
stürzt es wie Lawinen nieder,
deckt des Mannes Haupt im Nu,
deckt Augen, Ohren, Nase zu.
Dieser fühlt sich ganz schnell bedroht
vom plötzlichen Erstickungstod.

Doch keiner ist bislang verdorben
und unter soviel Fleisch gestorben,
jedem ist es noch geglückt,
dass er das Licht der Welt erblickt.

Mit Größe 11 - befreit von Hüllen
lässt sich 'ne ganze Bettstatt füllen.
Wie Hefeteig bei Hitzewellen
so sieht man 's in die Kissen quellen.
Bekümmert sieht der Mann hier ein,
dass seine Hände viel zu klein,
zu halten die befreiten Riesen
nicht überm Bettrand wegzufließen.

Bei Größe 12 wird's kolossal,
ultra-super-maximal,
doch liebe Campingfreunde, horcht her:
Ist das Ding auch superschwer,
spart man im Urlaub doch viel Geld,
denn der BH ersetzt das Zelt.

Die Größe 13 gibt es nicht,
drum endet hier auch das Gedicht
mit einem Wort an euch ihr Frauen:
Ihr wisst, worauf die Männer schauen.

Auch ist es nicht mehr ganz allein
die Frage, ob das groß ob klein.
S' ist auch die Frage - habet acht
was ihr mit euren Reizen macht,
wie ihr, was euch so herrlich ziert,
für uns verpackt und wie serviert.

Verfasser unbekannt


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Ersterscheinung: April 2001



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