Der Mömmes ...

Ich ging im Walde so vor mich hin,
um nichts zu suchen, das war mein Sinn.
Ich bestaunte Blumen im grünen Gras
und fummelte so mit dem Finger in der Nas´,
und hatte an demselben dann
plötzlich einen Mömmes dran.

Was hat so´n Mömmes nur für´n Zweck?
So dacht ich, nee, also der muß weg.
Ich rollte ihn auf den Fingerkuppen,
versuchte ihn wegzufluppen,
so - pitsch - in Richtung Wegesrand.
Und wie ich so guck: Ja haste Verstand,
da hab ich den Mömmes noch immer an der Hand.

Verflixt noch mal, was sollt ich tun?
Ich setzte mich hin, um auszuruhn,
um angestrengt zu überlegen,
dieses verdammten Mömmes wegen.
Ringsum blümten bunte Primeln,
ich fing schließlich an zu friemeln.
Ach, denk ich, klebst du ihn unter die Bank.
Und wie ich so guck, haste Verstand,
da hab ich den Mömmes noch immer an der Hand.

Inzwischen war er kugelrund,
jetzt kommst du weg du Schweinehund,
so sagte ich und ging im Nu
auf eine nahe Hauswand zu.
Und streich vorbei, so ganz galant.
Und wie ich so guck, ja haste Verstand,
da hab ich den Mömmes noch immer an der Hand.

Jetzt nahm ich ihn mit zwei Fingern,
wie man das tut mit solchen Dingern.
So kriegte ich ihn auch zu fassen,
und wollt ihn heimlich fallen lassen,
bevor er die Gefahr erkannt.
Und wie ich so guck, ja haste Verstand,
da hab ich den Mömmes plötzlich an der anderen Hand.

Verflixt noch mal, was war ich sauer,
beim nächsten Mal mach ich es schlauer,
so dacht ich, als ich voll Entzücken
unseren Josef tat erblicken,
der eine Eigenschaft sehr hegt
und jeden mit Handschlag zu begrüßen pflegt.
Und als er dann alsbald entschwand,
hat ER den Mömmes an der Hand.

Moral:
Ein Händedruck hat doch zu Zeiten
manchmal auch seine guten Seiten.


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Ersterscheinung: April 2001



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