Meine Insel

Das täte ich gern:
umschlossen auf meiner Insel,
vom hohen Felsen herab
dem Meer nachsinnen,
so vielfältig bewegt.

Seine gewaltigen Wellen sehen,
aufleuchtend in strahlendem Glück,
voller Musik für Gott, ihren Vater,
ein unendliches Lied.

Und das blitzende Band des Strandes,
aller düsterer Schwermut fern.
Den herrlichen Schrei der Vögel,
ihren übermütigen Psalm.

Das Donnern der mächtigen Brandung,
die gegen die Felsen schlägt,
dieses Brüllen des Meeres,
diesen Aufschrei am Kirchhof dort.

Den Vogelschwärmen nachschauen,
schwingend weit über das Meer,
und die machtvollen Wale bestaunen,
Gottes wundersamstes Geschöpf.

Und mit Ebbe und Flut, ihrem Kommen und Gehen,
meinen Namen zurückkehren lassen
nach Irland - und meine geheimsten Gedanken,
die ich kaum zu flüstern versteh'.

Hier würde mein Herz sich öffnen,
ganz in das Schauen vertieft,
und ich könnte meine Sünden beweinen,
die so schwer zu erfassen sind.

St. Columcille, 12. Jahrhundert

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Ersterscheinung: April 2001


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