WinterReise
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Ach, die bleiche Sonne Wintersonne!
Sie ist traurig wie eine glückliche Erinnerung.
Gustave Flaubert


An den Winter

Willkommen, lieber Winter,
Willkommen hier zu Land!
Wie reich du bist, mit Perlen
Spielst du, als wär' es Sand!
Den Hof, des Gartens Wege
Hast du damit bestreut;
Sie an der Bäume Zweige
Zu Tausenden gereiht.
Dein Odem, lieber Winter,
Ist kälter, doch gesund;
Den Sturm nur halt' im Zaume,
Sonst macht er es zu bunt!
Elisabeth Kulmann






Bin ich allein, was bin ich?
Talmud



Es wächst viel Brot in der Winternacht,
weil unter dem Schnee frisch grünet die Saat;
erst wenn im Lenze die Sonne lacht,
spürst du, was Gutes der Winter tat.
Friedrich Wilhelm Weber



Ohne den Winter wären die Tage länger und die Unterhosen kürzer



Es ist doch Winter?
Aber vom Himmel fallen
blühende Blumen.
Über den Wolken droben
sollte es schon Frühling sein?
Kyohara Fukayabu



Der Winter, ein schlimmer Gast, sitzt bei mir zu Hause;
blau sind meine Hände von seiner Freundschaft Händedruck.
Friedrich Wilhelm Nietzsche


Winterlandschaft

Unendlich dehnt sie sich, die weiße Fläche,
bis auf den letzten Hauch von Leben leer;
die muntern Pulse stocken längst, die Bäche,
es regt sich selbst der kalte Wind nicht mehr.

Der Rabe dort, im Berg von Schnee und Eise,
erstarrt und hungrig, gräbt sich tief hinab,
und gräbt er nicht heraus den Bissen Speise,
so gräbt er, glaub' ich, sich hinein ins Grab.

Die Sonne, einmal noch durch Wolken blitzend,
wirft einen letzten Blick auf's öde Land,
doch, gähnend auf dem Thron des Lebens sitzend,
trotzt ihr der Tod im weißen Festgewand.
Christian Friedrich Hebbel


Einsamkeit ist die Pforte des Himmels
Klosterinschrift


Winterlied eines schwäbischen Bauerjungen

Mädel,'s ist Winter, der wollige Schnee,
Weiß wie dein Busen, deckt Thäler und Höh'.
Horch, wie der Nordwind um's Häuslein her pfeift!
Hecken und Bäume sind lieblich bereift.

Mädel, 's ist Winter, die Bäche sind Eis;
Dächer der ländlichen Hütten sind weiß.
Grau und ehrwürdig, im silbernen Flor,
Streckt sich der stattliche Kirchthurm empor.

Mädel,'s ist Winter. Mach's Stüblein fein warm;
Setz dich zum Ofen, und nimm mich in Arm!
Lieblich und kosend, wie rosigen Mai,
Führt uns die Liebe den Winter vorbei.

Drehst du mit Fingern, so reinlich wie Wachs,
Seidene Fäden vom silbernen Flachs,
Schüttl' ich die Acheln dir schäkernd vom Schurz,
Mache die Nächte mit Mährlein dir kurz.

Mädel,'s ist Winter. O wärst du schon mein!
Schlüpft' ich ins blähende Bettlein hinein;
Nähm' dich, mein herziges Liebchen! in Arm,
Trotzte dem Winter; denn Liebe macht warm.
Christian Friedrich Daniel Schubart


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Ersterscheinung: April 2001


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